von Juliane Röder (Philipps-Universität Marburg)
Ein systematischer und verantwortungsbewusster Umgang mit Forschungsdaten ist essenziell für qualitativ hochwertige Forschung im Sinne guter wissenschaftlicher Praxis – natürlich auch in der Biodiversitätsforschung. NFDI4Biodiversity, das Nationale Forschungsdateninfrastruktur-Konsortium für Biodiversitäts-, Ökologie- und Umweltdaten, unterstützt Forschende und Studierende mit vielfältigen, praxisnahen Trainings beim Forschungsdatenmanagement (FDM). Diese Angebote ermöglichen es, Daten von der Erhebung bis zur Publikation kompetent zu verwalten und nachhaltig nutzbar zu machen.
Ein zentrales Angebot sind Trainings zu Tools & Services aus dem Kreis der rund 60 Partnerinstitutionen. NFDI4Biodiversity bietet Lösungen für viele Herausforderungen entlang des Datenlebenszyklus: angefangen mit der Erstellung von Datenmanagementplänen (GFBio DMP-Tool), über die KI-gestützte Annotation von Bilddaten (BIIGLE) und Datenbanksysteme (BEXIS2, Diversity Workbench), bis hin zur Datenpublikation (GFBio Data Submission Service, PANGAEA). Diese Kurse ermöglichen den direkten Einstieg in praxiserprobte Anwendungen.
Zusätzlich gibt es Custom Trainings: Kurse von ein bis vier Stunden Dauer, in Präsenz oder online, die z.B. auf die Vorkenntnisse und Bedürfnisse von Graduiertenschulen und Forschungsverbünden abgestimmt sind. Ob Einführung in fachspezifisches Forschungsdatenmanagement, Erstellung von Datenmanagementplänen (DMP), Datenannotation oder Nutzung spezifischer Tools – NFDI4Biodiversity unterstützt Forschende und Lehrende beim Einhalten und bei der Vermittlung von guter Wissenschaftlicher Praxis durch gutes Forschungsdatenmanagement.
Besonders hervorzuheben sind die jährlich stattfindenden Seasonal Schools: einwöchige Intensivkurse zu fachspezifischem Forschungsdatenmanagement, in denen Expert:innen praxisnah Grundkenntnisse von der Planung bis zur Publikation von Daten vermitteln. Dabei geht es unter anderem um die Nutzung bereits veröffentlichter Daten für die eigene Arbeit, rechtliche Aspekte, digitale Datenerhebung im Freiland, reproduzierbare Analysen und die Nutzung von Jupyter Notebooks. Die Kurse finden online und auf Englisch statt und richten sich an Doktorand:innen, Forschende und Datenmanager:innen.
Alle Angebote werden durch umfangreiche Lehr- und Lernmaterialien ergänzt: Onlinekurse, Videos, Computational Notebooks (z. B. zu Jupyter, Visualisierung oder taxonomischer Harmonisierung), Podcasts wie Rechtsdschungel und weitere öffentlich zugängliche Materialien in der Zenodo-Community. Diese Ressourcen sind frei nutzbar und ideal für Selbststudium oder Lehrveranstaltungen. Eine Übersicht aller aktuell verfügbaren Ressourcen ist in der NFDI4Biodiversity Knowledge Base zu finden: https://kb.gfbio.org/display/KB/Training+resources
Alle Trainingsangebote finden Sie auf der NFDI4Biodiversity-Website www.nfdi4biodiversity.org/training. Abonnieren Sie den E-Mail-Verteiler training4lifescience für Infos zu Workshops von NFDI4Biodiversity und weiteren NFDI-Konsortien aus dem Bereich Life Science (Anmeldung: https://lists.nfdi.de/postorius/lists/training4lifescience.lists.nfdi.de/).
Gutes Forschungsdatenmanagement ist längst Teil moderner Biodiversitätsforschung. NFDI4Biodiversity trägt dazu bei, die dafür notwendigen Kompetenzen, Werkzeuge und Materialien niedrigschwellig zugänglich zu machen – nah an den Anforderungen der Forschung und offen für alle, die mit Biodiversitäts-, Ökologie- und Umweltdaten arbeiten.
