Sprache auswählen

Sprache auswählen

  • Käfer
  • Blume - Photo: Orchid murio, det. A. Lampei Bucharova, Spain © S. Rösner
  • Wald - Photo: Bialowieza primeval forest, Poland. © S.Rösner | pixeldiversity

    5.900 Arten auf 0,017 % der Landesfläche - Ein neues Naturschutz- und Forschungsprojekt für den Spitzberg bei Tübingen

    von Thomas Gottschalk (Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg)

    Am Spitzberg bei Tübingen wurden bislang 5.900 Tier- und Pflanzenarten nachgewiesen (Gottschalk 2019). Dies entspricht 26 % der gesamten Artenvielfalt Baden-Württembergs auf lediglich 0,017 % der Landesfläche. Der Spitzberg gilt damit als einer der bedeutendsten Biodiversitäts-Hotspots des Bundeslandes. Aufgrund veränderter Landnutzung sind jedoch zahlreiche Arten stark gefährdet oder bereits verschwunden. Besonders deutlich sind die Rückgänge bei Tagfaltern und Widderchen (32 bzw. 40 %), Heuschrecken (21 %) und Vögeln (19 %). Ursachen hierfür sind vor allem die fehlende Bewirtschaftung und Pflege der Offenlandschaft, die Aufgabe der Schafbeweidung – insbesondere der Hütehaltung – sowie eine zunehmende Nährstoffanreicherung der Flächen.

    Ziel des von der Stiftung Naturschutz Baden-Württemberg geförderten dreijährigen Projekts ist es daher, die Biodiversität des Spitzbergs durch ausgewählte Maßnahmenpakete zu fördern und eines der artenreichsten Gebiete Baden-Württembergs langfristig zu erhalten.

    Ein Schwerpunkt des im Mai 2026 gestarteten Projekts liegt auf der Verbesserung der Grünlandqualität in den Naturschutzgebieten „Hirschauer Berg“ und „Spitzberg-Ödenburg“. Es handelt sich dabei um ehemalige Weinberge, die derzeit durch eine einmalige Sommer- bzw. Herbstmahd gepflegt werden. Viele der ehemaligen Weinbergterrassen stellen wertvolle Halbtrockenrasen dar. Durch erhöhte Nährstoffeinträge haben sich diese Flächen jedoch stark verändert und werden heute vielfach von dichtwüchsigen Gräsern dominiert. Um den Nährstoffgehalt zu reduzieren, sollen auf ausgewählten Flächen Schröpfschnitte (frühe Mahd im April/Mai) durchgeführt bzw. auf anderen Flächen der nährstoffreiche Oberboden abgetragen werden.

    Die geplanten Maßnahmen werden wissenschaftlich durch die Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg begleitet. Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit sie zu einer Verbesserung der Lebensraumbedingungen und der Artenvielfalt beitragen. Hierzu werden auf Maßnahmen- und Vergleichsflächen Tagfalter, Heuschrecken und die Vegetation erfasst sowie der Nährstoffgehalt der Böden bestimmt.

    Mitglieder, die bereits Erfahrungen mit den Auswirkungen eines Oberbodenabtrags auf Halbtrockenrasen gesammelt haben, können sich gerne an Prof. Thomas Gottschalk, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. wenden.


    Literaturverweise:

    Gottschalk, T., Hrsg. (2019). Der Spitzberg - Landschaft, Biodiversität und Naturschutz. Ostfildern, Jan Thorbecke.

    logo stickyHeader 05 inv 70x35

    The Ecological Society of
    Germany, Austria and Switzerland

     

    Adresse

     

    Gesellschaft f. Ökologie e.V.
    c/o Institut für Ökologie

    Kathrin Dieckgräber

    Technische Universität Berlin
    Rothenburgstr. 12

    12165 Berlin
    Deutschland

    Kontakt
     
     
    T. Tel.: 0 30/31 47 13 96
    M. mobil: 01 51/64 33 43 08
     
    Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
    www.gfoe.org
    Wir benutzen Cookies

    Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.