von Boris Schröder-Esselbach (Technische Universität Berlin)

Die GfÖ trauert um ihren ehemaligen Vizepräsidenten, Prof. em. Dr. Dr. h.c. Herbert Sukopp, der am 02. Februar 2026 im Alter von 95 Jahren verstorben ist. Er wurde am 14.03. 2026 auf dem St. Matthias-Friedhof in Berlin-Tempelhof beigesetzt. Unser Dank und Mitgefühl gelten auch seiner Familie, mit der wir uns in der Trauer verbunden fühlen.
Herbert Sukopp war von 1974 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1996 Leiter des Fachgebiets Ökosystemforschung und Vegetationskunde am Institut für Ökologie der TU Berlin. Er gilt als Pionier stadtökologischer Forschung in Deutschland. 1973 gründete er gemeinsam mit den damaligen Instituten für angewandte Botanik, Bodenkunde und Zierpflanzenbau an der TU Berlin das erste Institut für Ökologie an einer deutschen Universität. Von 1991 bis 1993 war er Vizepräsident der GfÖ.
Herbert Sukopp erbrachte bahnbrechende Leistungen für eine solide naturwissenschaftliche Fundierung des deutschen Naturschutzes und genoss internationale Anerkennung für seine wissenschaftlichen Leistungen in der Stadtökologie, Geobotanik und Vegetationskunde. Durch seine mehr als 650 wissenschaftlichen Schriften sowie eine intensive Vortrags- und inspirierende Lehrtätigkeit hat er ganze Generationen von Ökolog*innen, Vegetationskundler*innen und Naturschutzfachleuten tiefgehend beeinflusst.
Gleichzeitig engagierte er sich für den Naturschutz in der Stadt Berlin. 1974 gab Herbert Sukopp die erste in Deutschland erschienene Rote Liste gefährdeter Pflanzenarten heraus und initiierte in der Folge die Erarbeitung Roter Listen gefährdeter Tier- und Pflanzenarten für Berlin. Von 1975 bis 2000 war er Landesbeauftragter für Naturschutz und Landschaftspflege sowie Vorsitzender des Sachverständigenbeirates für Naturschutz und Landschaftspflege Berlin. Außerdem war er Mitglied des Deutschen Rates für Landschaftspflege und der Zentralen Kommission für Biologische Sicherheit sowie Mitglied und stellvertretender Vorsitzender beim Rat der Sachverständigen für Umweltfragen der Bundesregierung.
Für seine Verdienste erhielt er zahlreiche Auszeichnungen; so wurde er 1983 mit dem Bundesverdienstkreuz und 1987 mit dem Verdienstorden des Landes Berlin geehrt. Im Jahr 1999 erhielt er die Ehrendoktorwürde von der Fakultät für Landwirtschaft und Gartenbau der TU München in Freising-Weihenstephan.
Mit dem Tod Herbert Sukopps verliert die Wissenschaftslandschaft, die Ökologie und die Stadtökologie im Besonderen einen großen Inspirator und den Begründer der Berlin School of Urban Ecology; sein Wirken ist noch heute spürbar. In den Fachgebieten des von ihm mitgegründeten Instituts für Ökologie der TU Berlin sowie in der GfÖ behalten wir ihn mit tiefer Dankbarkeit, Respekt und Wertschätzung in Erinnerung.
Weitere Informationen:
https://www.tu.berlin/oekosys/ueber-uns/team/herbert-sukopp
Kowarik, I. 2020. Herbert Sukopp – an inspiring pioneer in the field of urban ecology. Urban Ecosystems 23: 445-455, https://doi.org/10.1007/s11252-020-00983-7.