Ökosystemforschung

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Ökosystemforschung

A. Definitionen und Abgrenzungen

Ökosystemforschung beinhaltet grundsätzlich Interaktionen von Organismen mit ihrer belebten und unbelebten Umwelt

Die Ökosystemforschung befaßt sich vorrangig mit der ganzheitlichen Erforschung von Ökosystemen und ihren abiotischen Einflußgrößen, traditionell auch mit den Wirkungen anthropogener Einflüsse und den daraus resultierenden Umweltveränderungen. Hierzu gehören The-mengebiete mit Bezug zu Ökonomie und Ökologie wie z.B. Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft, Nachhaltigkeit, Eutrophierung, Waldschäden, Luftverschmutzung, Global Change, Erosion oder Artenschwund.

Nicht in den AK Ökosystemforschung gehören rein biotische Interaktionen (z.B. Räuber-Beute-Beziehungen ==> AK Biozönologie), wohl aber z.B. Themen wie “Auswirkungen von Temperaturänderungen auf die Räuber-Beute-Beziehung von....”. Bei Laboruntersuchungen sollte immer ein konkreter Freilandbezug gegeben sein.

B. Ziele

Integration der früheren “TERN-Tagungen” in die GFÖ und Erweiterung dieses Kreises, insbesondere auch um Projekte aus dem limnischen und marinen Bereich, unter dem neuen Namen GERN (German Ecosystem Research Network)Bekanntmachung / Internationalisierung des GERNFörderung der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Disziplinen und interdisziplinären Projekten - hierzu gehören u.a.: - Diskussion ganzheitlicher Ansätze zur Erforschung von Ökosystemen - Überprüfung und Verbesserung der Methodik (z.B. Probenahmedesign bei Langzeitstudien und raum-zeitlichen Erhebungen) - Anregung projektübergreifender Auswertungen und Analysen - Hilfestellung bei der Planung und Durchführung neuer Projekte auf der Basis der Erfahrung bestehender oder abgeschlossener Projekte - Verbesserung der Datenzugänglichkeit aller öffentlich geförderten bzw. finanzierten Forschungsprojekte

Erarbeitung von Beurteilungs- und Bewertungsgrundlagen für Systemzustände und -veränderungenFörderung des Dialogs zwischen Ökosystemforschung und Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft und VerwaltungFörderung von Kooperationen mit internationalen Projekten

C. Schwerpunktthemen

1. Ökosystemanalyse

1.1 Stoffflüsse/-kreisläufe auf verschiedenen Skalenebenen

1.2 Untersuchung von Langzeitprozessen im Freiland

1.3 Individuen- und populationsbezogene Systemanalysen

1.4 Koppelung von stofflichen, energetischen und biozönotischen Wechselwirkungen

2. Erfassung und Beurteilung von durch anthropogene Eingriffe bedingten Veränderungen

2.1 Ökologische Auswirkungen des Landnutzungswandels sowie der vermehrten Nutzung natürlicher Ressourcen

2.2 Manipulationsexperimente

2.3 Ökosystemschutz

2.4 Beurteilung ökologischer Veränderungen mit Bezug zu Ökonomie und Soziologie

3. Skalierungs- und Aggregationsproblematik

3.1 Verknüpfung von Prozeßstudien im Labormaßstab mit der Freilandsituation

3.2 Übertragung punktförmig erhobener Daten in die Fläche (Upscaling)

3.3 Aussagen auf Landschaftsebene

3.4 Downscaling: Einsatz von Fernerkundungsmethoden

4. Modellierung

4.1 Modellbildung

4.2 Szenario-Techniken

4.3 Expertensysteme

5. Umsetzung von Erkenntnissen der Ökosystemforschung in die Praxis

5.1 Land- und gewässernutzende Wirtschaftszweige

5.2 Landschaftsplanung

5.3 Politik

5.4 Ökonomie

D. Vorgehensweise

Unterstützung der jeweiligen Tagungsleitung in der Sektion Ökosystemforschung Vom AK aus soll ein Ausschuß aus 2-3 Mitgliedern gebildet werden, der die jeweilige Tagungsleitung bei der Beitragsauswahl unterstützt. Ansprechpartner ist der jeweilige AK-Sprecher, der die Beiträge an den Ausschuß weiterleitet.

Organisation von AK-Tagungen

Publikation der Aktivitäten des AK

Der AK ist bestrebt, die von ihm erarbeiteten Erkenntnisse national wie international einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Es ist davon auszugehen, daß wichtige Einzelbeiträge ohnehin publiziert wurden und somit zitierfähig sind. Deswegen sollen keine eigenen Tagungsbände erstellt werden, sondern stattdessen die Beiträge zum jeweiligen Rahmenthema (z.B. „Integration von Strukturen und Prozessen auf verschiedenen Skalenebenen“) in Form eines Review-Artikels bei einer renommierten internationalen Zeitschrift veröffentlicht werden. Der Artikel sollte von denjenigen Mitgliedern des AK geschrieben werden, die von dem betreffenden Thema am meisten verstehen und in die Zusammenstellung / Organisation des Symposiums (bzw. ggf. später des AK-Workshops) involviert waren. Auf jeden Fall sollte deutlich kenntlich gemacht werden, daß der Beitrag aus dem GERN kommt, z.B. in Form einer Fußnote mit fortlaufender Numerierung („Communication No. xx of the GERN“). Eine derartige Möglichkeit ist bei den meisten angesehenen Zeitschriften gegeben.

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Kontakt

Prof.Dr. Ansgar Kahmen
Dept. Umweltwissenschaften
Schönbeinstr. 6
CH-4056 Basel
ansgar.kahmen (at) unibas.ch